Die Festivaldirektion weisst darauf hin, dasz vor Betreten des Schaubudenplatzes der folgende Text mit höchster Aufmerksamkeit zur Kenntnis zu nehmen ist:
 

          

 "Beginnen wir mit den Schaustellern, die ihre Leistungen so gern 'Theater' oder 'Künstler-Vorstellung' nennen, aber nur mit den Schauspielern und wirklichen Künstlern das farbige Tuch ihrer Kostüme gemein haben. Dasz es durchaus nicht die besten und sittlich hochstehenden Künstler sind, die in ihren 'Komödiantenwagen' mit der Truppe von Ort zu Ort ziehen, ist zu natürlich. Eine mitgeführte Bühne mit primitiver Dekoration ist bald aufgestellt und damit der Musentempel zum Empfange der kleinen und groszen Gäste bereit. Marktschreiende Herolde werden ausgeschickt, die besonders die 'jungen Leute' mit allen möglichen Mitteln und Kunstgriffen herbeizuschleppen wissen, und ihnen in der 'Welt von Brettern' die Herrlichkeiten himmlicher Seligkeit, zu bereiten versprechen. Und was wird geboten? Nichts anderer als eitel Blendwerk und Augenvertreherei, dazu angethan, den Zuschauern die Groschen aus der Tasche zu holen und die Unschuld des Herzens in Frage zu stellen. Wer ist aber da, wer die harmlose Jugend von solchen Stätten des Verderbens zurückhält? Wer soll das anders tun, als die Eltern, die natürlichen Schutzengel unserer Kinder! Man klagt so gern über schlechte Zeiten und die verkommene Jugend, übersieht aber, dasz es vielleicht unsere eigene Schuld ist, wenn der Feind Unkraut zwischen den Weizen gesäet hat. Soviel über die Theater- und Kunstvorstellungen.
Die Lehre ergibt sich von selbt." *)

...rein in's Vergnügen- hopp.hopp !!!

*) aus: Anzeiger für Werne und Umgebung; 21.10.1895