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BRANDNEU !
Sonntag, 20. Juli 2008:
Epilog
Was geht da vor?
Wer sind die, die da froh ermattet sitzen?
Ein Feuer brennt in ihrer Mitte, schwatzen von fernen Ländern, schmatzen, murmeln, lachen und hecken da anscheinend schon wieder etwas aus!
Noch ganz von Resten jüngst vergangner Feste ist dieser Ort, an sie lagern, angefüllt: Noch sind die Schritte und das Raunen des vergnügten Volks zu hören und zu spürn.
Irgendwo hallt noch Musik, im Himmel hängen Fetzen von Applaus.
Und die da lachen, murmeln, trinken, die hecken doch gewiss schon wieder etwas aus!
Was geht da vor?
Ein Ort wie jeder andre, wie es zunächst scheint, nur eine Wiese.
Doch scheint hier Jahr für Jahr am Kreuzweg guter Fügung, von Lust befeuert und von Überschwang, das Klima und der Boden günstig für ein ganz besondres Fest. Der öde schöne Ort wird dann zu einem Hafen, der seine Einfahrt öffnet weit hinaus zur Welt und stets von Neuem flüsterts:
Was geht da vor?
Wer hat dies Volk hierher bestellt?
XII. Internationaler Schaubuden Sommer
02. bis 12. Juli 2009
Sonntag, 13. Juli 2008:
Mein gutes Tagebuch,
ein verregneter Sonntag, der letzte Festivaltag. Der SchaubudenSommer weicht langsam auf und wahrscheinlich verdampft er nachher ganz still, wenn die großen Bertholinis ihn zur Ruhe singen.
Alle, die ich treffe, sind glücklich ermattet. Der This aus Schwerin und die nimmermüden Polizisten Stulle und Bulle wollen natürlich noch mal sie Sau rauslassen, sind schließlich gestern erst gekommen. Naja, da hat der Direktor die Hallenser Kraftmeier eben fünfmal spielen lassen. "Hart aber ungerecht", um mal einen Werbeslogan, dieser Kamikaze-Zivilfahnder zu verwenden. - Gestern ging die Zuschauerbeglückung ja wie´s Brötchenbacken. Menschenmassen sammelten sich vor den Zelteingängen - Einlass - Leute glücklich machen - Leute glücklich entlassen - Vorstellung vorbereiten - Einlass - ...
Mein Körper hat lauter blaue Flecke, von Kopf bis Fuß, ich kann mich an nichts erinnern. Der Blackout startete gegen 20.00 Uhr und endete 0.45 Uhr - was dazwischen liegt? - Keine Ahnung, mir ist als hätte ich in der Haut eines anderen gesteckt, ich sehe Wölfe vor meinem inneren Auge, Chimären - hm. Und auf dem Festivalgelände werde ich konspirativ beäugt. Zurufe wie: "Supershow!" erreichen mich. Keine Ahnung, was die wollen - die müssen mich verwechseln.
Nach 1.00 Uhr zückte der Technik-Falk eine Flasche Whiskey, edler Bourbon, und der Direktor brachte Meißner Wein herbei. Hm. Alles ganz nett. Aber Vita-Cola und Club-Mate schlagen bei mir besser an.
Der neueste Festivalklatsch: Die Recommandeusen haben den Sebastian zum Platzschwarm gekürt. Also liebe Besucher und Besucherinnen - lasst Euch von diesem smarten Liftboy Eure Karten abnehmen!
Kommt, ihr Dresdner Nachtgestalten, heute zur Scheune und lasst uns gemeinsam aus dem SchaubudenSommer herausdelirieren.
Euer Hans
Freitag, 11. Juli 2008:
Hallo Tagebuch, alte Kladde,
du machst mir keine Angst. Von wegen Schreibblockade!
Es geschieht auch einfach zu viel.
Zum Beispiel läuft Jan Heinke wie ein zu großes Kleinkind durch den Festivalclub und himmelt den Direktor glücklich an. Christian und Michael haben wohl zuviel von ihrer Zuckerwatte gegessen und sind seit gestern Christiane und Michaela, tragen aparte Dederon-Kleidchen und machen dem Technik-Falk schöne Augen. Darauf angesprochen, wird der ganz rot, Dederon macht ihn einfach schwach.
Beim Direktor und dem Falk gabs Whiskey, und schon wurden Schraubenschlüssel-Jim und Pinsel-Chris auf unsere Runde aufmerksam. Der Direktor sprach mit schwerer Zunge und machte keinen Hehl daraus. Ja, es ist langsam zu spüren, es geht dem Ende, dem Höhepunkt entgegen: Entfesselung allerorten!
Die Zeitungsjanny wird langsam frech, aber das lass ich mir nicht gefallen.
Sven Ratzke kam übrigens gar nicht im Sportwagen vorgefahren, wie vermutet wurde - ist aber dafür sehr laut. Und so wissen auch die Besucher der umliegenden Zelte, dass wir Deutschen zu viel Sexappeal haben.
Anna ist da! Das beste, was er bisher gesehen hat, sagt Herr Neumann, andere fordern: Mehr singen, weniger reden! - Tja, Geschmäcker...
Der Kamera-Volker filmt und filmt und ist zu einem Sympathiepol im Schaubudenpersonal geworden. Auch hat er mir kleine Filmchen fürs Tagebuch geschenkt. Der erste war schon zu Ende als noch so viel Musik übrig war, drum wird es ein wenig Godard...
Und, bitte, Leute, macht eure Bestellung beim GEDECK von Florian Feisel und Antje Töpfer - das wird es wohl so schnell weder hier in Deutschland noch weltweit geben!!!
Fraser Hooper ist süß! Wirklich!
Und Georg Traber ist mutig - er hatte schon überlegt, abzureisen, weil sein Stück noch nicht recht fertig ist. Doch nun will er es wissen: seid mit dabei, wenn eine neue Traberproduktion entsteht und wächst - ein Stück rund um ein Ei, in dem etwas wächst und... schaut vorbei!!!
Und zum Schluss noch der Lutz-Fleischer-Tipp: Freakshow angucken!
Bis nachher unter dem Dresdner Gewitterhimmel: Hans
Donnerstag, 10. Juli 2008:
Mein liebes Tagebuch,
sieh mich nicht so vorwurfsvoll an aus dem Weiß deiner unbeschriebenen Seiten! Ich habe eine kapitale Schreibblockade. Seit Tagen, ehrlich gesagt.
Ist es zu gemütlich auf diesem SchaubudenSommer? Der Ablauf schon zu gewohnt? Wo sind die Widerhaken, die Gefahren, die Strudel und Untiefen? Ich frage euch da draußen: Wie bleibt man aufregend, überraschend, krude und geheimnisvoll, riskant und wild und wunderbar?
In grüblerischen Stunden saß ich oft schon mit dem Direktor über dieser Frage...
Donnerstag, 10. Juli 2008:
2 Videos (Copyright: Volker Metzler)
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| | Eröffnungsveranstaltung | ShockPeters Ernst |
Mittwoch, 9. Juli 2008:
Am Montag gab es Linsensuppe, der Direktor fand sie inakzeptabel und schob sie mit großer Geste von sich. So sehr ich ihn auch bestürmte "Chef, wir müssen aufessen! Es wird sonst einfach kein Ende nehmen mit dem Regen!" - Doch die Suppe blieb stehen und prompt regnete es gestern punkt Acht.
Doch, als hätte der Direktor es gewusst: das Olaf-Böhme-Zelt war dennoch voll und dem Regen trotzend bildeten sich auch vor den anderen Zelten Menschtrauben... Holla!! Was kann uns denn der Regen?!
Florian Feisel und seine verrückten Bastler-Kollegen haben endlich ihre Container bezogen! Und ich rate allen, diese herrliche Tischlein-deck-dich-Aufführung zu besuchen.
Zur Freude von Falks Tatendrang gab es etliche Neuschaubüdler. Es kamen: Sirqus Alfon, mit leicht gehandicapter Sänger-Stimme - but his Astral-Body macht das alles wett. Die Jungs haben sich vom Strassenschmuddel in die Hightech-Etage gerockt, der Saal kocht!!! Hey - nur noch heute! Und dann sind sie wieder weg.
Fraser Hooper und Harry Stork sind Nachbarn und verstehen sich offensichtlich sehr gut, auch wenn ihr Humor Welten auseinander liegt.
Ach, Harrys Hund ist krank, der Sam - wir haben ihn sofort veterinär-homöopathisch in Behandlung gebracht.. Harry ist begeistert.
Die Aufenthaltsgenehmigung vom Theatre La Pushkin wurde verlängert... Oleg darf im Freakshow-Zelt spielen - als Gast... Und weil der Gast ja immer König ist, hat er die Bühne im Handstreich im "Theatre La Pushkin" umbenannt... Darf der das? Der Direktor schmunzelt.
...
Zum Schluss noch eine Bitte in eigener Sache: Wenn das so weiterregnet, brauchen wir mehr Rindenmulch. Es wäre freundlich, wenn mulchende Schaubudenbesucher das eine oder andere Eimerchen voll mitbrächten.
Montag, 7. Juli 2008:
Liebes Buch meiner Tage und Nächte,
kleine Tränlein rinnen auf dein unschuldiges Papier. Der Direktor hat mir gegrollt. Dabei hatte er so recht. Da sitz ich nun in meinem Kämmerlein, wie ein kleiner Hamster, der sich das Beinchen im Rad eingeklemmt hat. Die Welt steht still für einen Augenblick. Ich recke das Hamsterköpfchen heraus. - Ja, einfach stehen bleiben - innehalten...................
Sooooo. Und dann aber weiter.
Hey, Leute! Die Familien haben am gestrigen Sonntag den Platz gestürmt, Piraten mit Kinderwagen und Tragetüchern, sie verlangten Zusatzvorstellungen und nahmen tonnenweise Zuckerwatte als Beute mit. Die Schaubuden-Mannschaft wurde recht nah an ihre Grenzen gebracht. Petrus sah´s und half, schickte gegen Abend Regen und alle konnten´s ruhig angehen, was doch wild endete:
Die Pulcinella-Spieler eroberten das Festivalcafé, ein kleiner Wicht macht den Tod und seine Zwillingsbrüder fertig und das Publikum jubelt, dass es unserer Gold-Elke ganz schwindlig wurde oben in ihrem Office. Und im Festivalclub zerstörte Johanna Zeul ihre Gitarre bei ihrer sehr speziellen Art die Welt musikalisch zu beschreiben. Der Direktor wiegt den Kopf und sagt: "Was es alles gibt. Na dann, bis morgen."
Sontag, 6. Juli 2008:
Bilder der letzten Nacht:
Oleg sitzt da, Anzug und Strohhut, ein tanzender Poet, Minimalakrobat und Morbidjongleur, eine Lichtgestalt des Festivals - der Direktor war ganz benommen von der Vorstellung - ganz von Sinnen. (Leider ist diese traumhafte Daniil-Charms-Fantasie nur noch heute Abend zu erleben. Aber ich hab gehört, dass die Freakshow den Oleg als Gast in ihr Zelt einlädt... wie schön.)
Die Herausgeberin hat mich völlig verpeilt vor dem Zelt der Ratte aufgefunden - Hans Grimmig völlig verdöst und traumbesoffen - das kann manchmal äußerst mitleiderregend aussehen.
Der Direktor dagegen, Kraft seiner Wassersuppe, der genießt ganz bodenständig, dieser Tausendsassa - sitzt auf der Himmelstreppe und schnorrt Zigaretten von Leuten, die ihn nicht erkennen, weil er sich wie einfacher Besucher verkleidet unter die Leute mischt. - Wie Zeus, der Gottvater, der sich nach Lust und Laune in Erdenbewohner verwandelte, um mitten unter ihnen seinen Spass zu haben. So genießt auch der Direktor das incognito-Bad in der Menge.
Die Schaubuden-Urgesteine haben wieder mal echte Feuerwerke abgefackelt, Laschi läuft in der Walküre zu Höchstform auf. Dieser Mann ist wie Whisky, wird älter und immer besser. Bestürmt ihn - er ist nur noch bis zum Montag zu erleben!
Die Buffpapiernen hatten mit La Pendue unglaubliche Gäste zu Besuch: Pulcinella trägt den Tod zu Grabe - Handpuppentheater, das erwachsene Männer und Frauen zu Begeisterungsschreien hinreißt.
Schaubude! Schaubude! Schaubude!
Samstag, 5. Juli 2008 - 4:30 Uhr:
Guten Morgen, Tagebuch, du !
Ich sitze in der Straßenbahn, komatrunkene Teenager werden von anderen Teenagern mühevoll aufrecht gehalten, Überhaupt torkeln viele Menschen trostlos herum hier draußen - es gibt tatsächlich noch Menschen, die andere Drogen als den Schaubudensommer bevorzugen und damit auf die Schnauze fallen - selber schuld. Auch finanziell eigentlich ein unschlagbares Mittel für seelisches und körperliches Wohlbefinden. Also ich habe heute wieder hochprozentige Schaubude oral, optisch, haptisch und akustosensorisch eingeführt - und ehrlich: in diesen elf Tagen gibt es nix besseres (weltweit), und in der richtigen Dosis genossen, kommt man damit übers Jahr, echt!
In den Ohren klingt mir noch das letzte Lied der Tiger Lillies "Violent times" - ich lass mich die Schienen entlang nach Hause schaukeln.
Was für ein Abend! Gestern hat es aus Kübel Wasser geschüttet, heute waren die Kübel voller Menschen - die Zuschauer haben uns bestürmt, und wir haben es genossen.
Für die Verpasser: Die Tiger Lillies haben Tschüss gesagt - wollen aber gerne wieder kommen. Sie haben ein wunderschönes Abschlusskonzert gegeben... Schön, dass ihr da wart Jungs!
Neu auf dem Platz waren GAAGALAARI aus der Schweiz - also unser ABM-Dirk war begeistert... und Scheune-Magnus hat bei Felgentreus Walküre Tränen gelacht. Im Café wurde Tango getanzt und der fanatische Mathematiker war wieder auf dem Platz.
Die Bahn rappelt durch die Stadt und in meinem Kopf ist Diashow - ein Lichtbildvortrag der Kuriositäten - Spinnweben, Lichter, der Direktor...
Ach, Leute, iss dit allet schön!
Heute hat die Direktorengattin Geburtstag - und leider ist sie nicht auf dem Platz tonight (sie muss das Krankenbett hüten), dabei ist all das nur ein Liebesgeschenk des Direktor an seine Gattin, die Esel-Elli, ja: er hat es mir verraten, jedes Jahr schenkt er ihr den Schaubudensommer - was für ein schönes Geschenk! Komm bald zu uns, Elli!
In diesem Sinne: Genießt den dritten Schaubudenabend und bleibt heiter!
Freitag, 4. Juli 2008:
Liebes Tagebuch!
"Ich glaube, der Platz säuft uns ab." Eine sms aus sieben Wörtern - die hat mir der Direktor heute Morgen um neun geschickt. Das schätze ich so an ihm: Er sagt die Dinge so unumwunden, so grade raus. Ich dagegen verschließe gern mal die Äuglein vor solchen knallharten Tatsachen. Vergeblich versuchte ich mich heute morgen in der Bettdecke zu verstecken, mit dem Ansinnen, erst wieder hervorzukriechen, wenn der Regen vorbei ist, die Sonne wieder munter scheint und der Schaubudenplatz ein goldenstrahlender Sommerhort ist.
Der Direktor ist da aus ganz anderem Holz. Er stemmt die Direktorenhände in die Seiten, hebt abschätzend die Augenbrauen und ordert eine Tonne Rindenmulch zur vorläufigen Trockenlegung, koordiniert das Ausheben von Entwässerungsgräben und sinnt über eine Dschunke nach, auf der Annamateur und die Tiger Lillies eine neue Generation der Mitternachtsshow gebären.
Die SchaubudenSommerEröffnung ist also ziemlich ins Wasser gefallen. Für die wackeren Schaubüdler aber längst kein Grund, die Flinte in die Pfütze zu schmeißen. Nö. Die Aquafanatiker unter den Fans feierten Urständ, hatten ihre Freude und all die schönen Wunder und Vorstellungen für sich alleine. - Erstaunlich, wie viele von diesen Wasserleuten es in Dresden gibt, die Buden waren gut gefüllt, die Tiger Lillies hatten volle Hütte. Leider verkaufen sie ihre CDs für 20 Euro, so viel Taschengeld gibt mir der Direktor noch nicht (aber schließlich muss er Prioritäten setzen). Vielleicht macht mir er ja eine zum Geschenk; oder ich spiel Hündchen und winsele ein wenig vor der Managerin, bis sie mir tröstend eine Scheibe zuwirft.
Ach, liebe Leute, wenn ihr heute bei uns vorbeischwimmt oder herüber gerudert kommt, verpaßt die Tigerlilien nicht. Die sind ja morgen schon wieder weg!
Und mein Geheimtipp: Guckt euch den Oleg vom Theater La Pushkin an!
Und: Fragt nach Janny, lasst euch die neueste Ausgabe des "Schauboten" für 50 Cent aushändigen - da hat sich der Direktor wieder was Tolles einfallen lassen: eine Zeitung!!!!! - und dazu eine wunderbare Chefredakteuse, DIE berühmte Frau Fuchs. Man erkennt sie am kanariengelben Ostfriesennerz oder am Alf-T-Shirt oder am Leopardenkleid oder an ihrer schlunzigen Aussprache.
Na gut, ihr Lieben, legt euch trocken bis heute Abend, trinkt Kräutertee - und dann die Schwimmflossen und Regenschirme eingepackt.
Wunder können nicht auf gutes Wetter warten, die muss man schnappen, wie sie kommen.
Der Hans.
Donnerstag, 3. Juli 2008:
Liebes Tagebuch,
es ist 1:00 Uhr, ich habe einen Sonnenbrand, dreckige Fingernägel und in 19 Stunden soll der Schaubudensommer losgehen - wo ist nur meine Nagelfeile? Das ganze Team befindet sich im Ausnahmezustand. Der Direktor hat den Technik-Falk auf einen Kinderstuhl gesetzt und per Gabel mit Wurststücken gefüttert - was geht da vor? Mehr ist aus dem doch wirklich nicht rauszuholen, da hilft auch keine Wurst mehr.
Apropos Essen, die Tiger Lillies mochten das Künstleressen gar nicht und haben sich lieber einen Curry bestellt. Ansonsten fanden sie alles very nice und interesting - sind dann aber doch lieber schnell ins Hotel gefahren. Sollen sie sich ruhig richtig ausschlafen - die sollen heute Abend, wenns losgeht, die Zugpferde spielen.
Wie gesagt, wenn es losgeht: Jim Whiting hat nämlich im Festivalcafé seine Werkstatt eingerichtet. Ich bin semi-optimistisch, ob er das alles bis 20 Uhr schafft.
Liebes Tagebuch, und ihr alle da draußen in der richtigen Welt: Ich bin müde und will jetzt meinen Schönheitsschlaf - ich freu mich auf euch alle und verspreche euch, dass ich euch morgen auf ganz besondere Weise begrüßen werde.
Außerdem verspreche ich euch, dass es toll wird: Der César hat der Muriel geholfen, ein riesiges Netz zu spinnen - wir werden euch alle fangen damit und ihr werdet zappeln - vor Glück.
Drängelt euch zu den Tiger Lillies rein, schaut euch die drei Mädels von Derevo an, verpasst nicht den Oleg, lasst den Hans Henry Felgentreu nicht aus, Voltini wartet schon mit Stromkabeln und das Blutige Amateurtheater mit gewetzten Messern,
sitzt, lümmelt und lauft rum und entdeckt die Shows, die ich hier nicht genannt habe.
Ziert euch nicht - das hat Vorteile, einer der ersten zu sein, der Direktor erklärt noch ziemlich deutlich, was alles zu erleben und führt dabei persönlich über den Platz. (Aber Wurststücken könnt ihr vergessen, die kriegt nur der Falk, damit alles glatt läuft.)
Bis nachher - Euer Hans Grimmig
Montag, 21. April 2008:
Was geht da vor? Was wachsen dort für wundersame
Kuppeln? Was ist das für ein Treiben Zelt an Zelt? Wer hat
dies Volk hierher bestellt? Wer sind die, die da nachts nicht
schlafen, die nach fremden Klängen tanzen wie die Affen? Die
wie Tiger ihre Lieder fauchen Und selbstverliebte Lügen andern
in die Ohren hauchen? Damen mit Schlangenhaut und Oberlippenbart, ein
Kettenkarussell auf Albtraumfahrt, Herren in geborgten Fräcken Und
schweren Freudentränensäcken.
Was geht da vor Im Schleierglanz der Lichter? Es
locken seltsame Gesichter. Sirenen säuseln knapp bekleidet, dass
ihr an ihren Buden süßen Schiffbruch leidet. Ihre Glieder umschlingen
euch gleich Tintenfischen, aus der Umarmung gibt es kein Entwischen. Drum
kappt die Leinen, die euch binden Und lasst euch treiben bis
die Sinne schwinden.
Vom 3. bis 13.Juli öffnet der XI. Internationale SchaubudenSommer
seine Tore zum Tummelplatz weltgereister Künstler, Gaukler, Clowns
und Musiker.
Laut und still, brachial und fragil - Vergnügen, Theater und
Musik vom Feinsten bis zum Schrillsten, eine Achterbahn der Gefühlstonleiter,
Prachtstücke der Bühnenkunst - von der ausgereiften französischen
Delikatesse bis zum subtilen englischen Leckerbissen, von sächsischen
Heimatklängen bis in Wagnerische Gefilde - SchaubudenSommer 2008
heißt wieder: Bühnenkünstler aller Genres bleibt Euch treu und vereinigt
Euch zum Ur-Schrei aus ganzer Seele.
Liebe Besucher!
Freuen Sie sich mit uns auf :
The Tiger Lillies, Fraser Hooper und Voltini aus England, The
Velcro Show aus Israel, Sirqus Alfon aus Schweden, Cie. Buffpapier,
Traberproduktion und die Berner Struwwelpeter aus der Schweiz, auf
Buno und Harry Storks Cabaret aus Frankreich, auf Sven Ratzke aus
Holland, auf bekannte Gesichter: Annamateur, Olaf Böhme, Flunkerproduktionen,
Jan Heinke, auf unser Schaubuden-Urgestein Locci alias Dr. Böswetter
alias Franz Lasch alias Hans Henry Felgentreu und viele viele viele
viele andere...
WAS GIBT ES NEUES?
Neben den neuen Normalpreisen (5,- EUR pro Ticket, 12,- EUR pro
Dreierticket), die unumgehbar sind, um das Festival stattfinden
zu lassen, bieten wir für Fans und Besitzer schmaler Geldbörsen
am 07. und 08.Juli unsere Karten zum Happy-Schaubuden-Preis für
4,- EUR / Dreierticket 10,- EUR an.
Archiv 2007
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